EU-Verordnung 1169/2011

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Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV)

Ab 13.Dezember 2014 gilt in der Europäischen Union eine neue Verordnung für die Kennzeichnung von Lebensmitteln. Sie wurde am 25.Oktober 2011 beschlossen und ist ab 13.12.2014 verbindlich für alle Mitgliedsstaaten der EU.

Ist-Situation

Derzeit definiert in Deutschland die Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln die Kennzeichnung von Lebensmitteln. Gemeint sind damit Lebensmittel, die “in Fertigverpackungen an den Endverbraucher abgegeben werden” [Wikipedia/LMKV].

Neben der LMKV gibt es noch weitere Richtlinien, u. a. die Richtlinie 90/496/EWG, die Richtlinie 1999/10/EG und  die Nährwertkennzeichnungs-Verordnung (NKV), die derzeit gültig sind. [Wikipedia/Lebensmittelpraxis/LMIV]

Soll-Situation

Veränderte Ansprüche der Verbraucher und neue Vermarktunsformen sind der entscheidene Faktor, damit Verbraucher und Verbraucherinnen besser beim Lebensmittelkauf informiert sind. Die Erwartungen sind vor allem an leicht lesbare und verständliche Angaben gerichtet und sollen helfen sich für eine gesündere Lebensweise zu entscheiden. Mit der neuen Lebensmittel-Informationsverordnung sollen auch “irreführende[…] Praktikten” unterbunden werden. Die Unternehmen sind aufgrund der neuen Verordnung verpflichtet Deklaration von Allergenen, (Nano-)Zusatzstoffen und Herkunft deutlich zu kennzeichnen. Der Grund für die LMIV ist “umfassende[r] Schutz der Gesundheit und Interessen der Verbraucher” [LMIV, Art. 3, (1)][Europäische Union].

 

Was ändert sich?

Nährstoffgehalt

Die neue Verordnung definiert, dass alle Lebensmittel die Mengen von Fett, Kohlenhydraten, Eiweiß, Salzen und Zucker auflisten. Dies geschieht derzeit bereits auf freiwilliger Basis, jedoch nur auf 70 % der Lebensmittel. [Süddeutsche]

Imitate

Mit der neuen Verordnung müssen Analog-Käse, Schinken- und andere Imitate deutlich als solche gekennzeichnet werden. [Süddeutsche]

Allergene

Allergieauslösende Stoffe müssen ausgewiesen werden. [Süddeutsche]

Koffein

Alle Produkte (Ausnahme: Getränke basiert auf Kaffee(-extrakten) / Tee(-extrakten)) mit Koffein müssen in Zukunft mit dem Hinweis “Enthält Koffein. Für Kinder und schwangere Frauen nicht empfohlen” gefolgt von einem Hinweis über den Koffeingehalt gekennzeichnet werden. [1169/2011, Anhang III, 4]

Nanomaterialien

Die neue EU-Verordnung 1169/2011 definiert nun auch, dass “[a]lle Zutaten, die in Form technisch hergestellter Nanomaterialien vorhanden sind, müssen im Zutatenverzeichnis eindeutig aufgeführt werden.” Um dies in der Zutatenliste zu verdeutlichen, muss der Zutat “das Wort ‘Nano’ in Klammern folgen” [1169/2011, Artikel 18].

Herkunftsbezeichnung

Die Kennzeichnung von Fleisch muss jetzt auch das Herkunftsland beinhalten, in dem das Fleisch verpackt wurde. Jedoch gibt die Angabe nicht an, wo das Tier aufgezogen wurde. [Süddeutsche]

Schriftgröße

In der neuen EU-Verordnung 1169/2011 ist jetzt auch genau definiert. So muss der kleinste Buchstabe “x” mindestens 1,2 mm groß sein. Es gibt für kleine Produkte (mit weniger als 80 cm²) diverse Ausnahmenregelungen, wo eine Größe von 0,9 mm zugelassen ist. [1169/2011, Artikel 13].

Wichtig ist diese neue EU-Verordnung 1169/2011 (Lebensmittels-Informationsverordnung (LMIV)) für alle Unternehmen, die Informationen über Lebensmittel an Verbraucher bereitstellen.

Eingefronrene Fleischzubereitungen und Fischereierzeugnisse

Eingefrorenes Fleisch, eingefrorene Fleischzubereitungen und eingefrorene unverarbeitete Fischereierzeugnisse müssen gemäß Anhang X Nummer 3 mit dem Datum des Einfrierens oder mit dem Datum des ersten Einfrierens in Fällen, in denen das Produkt mehr als einmal eingefroren wurde, gekennzeichnet werden.

Im Falle von Lebensmitteln, die vor dem Verkauf tiefgefroren wurden und aufgetaut verkauft werden, wird der Bezeichnung des Lebensmittels der Hinweis „aufgetaut“ hinzugefügt.  [1169/2011, Anhang VI,2].

 

In der LMIV wird definiert, dass Informationen zur Identität und Zusammensetzung, sowie Eigenschaften und sonstige Merkmale des Lebensmittels kennzeichnet

Gemäß Artikel 9 das Verzeichnis der verpflichtenden Angaben (1) für Lebensmittel:

a) die Bezeichnung des Lebensmittels

b) das Verzeichnis der Zutaten

c) alle in Anhang II aufgeführten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe sowie Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe, die Derivate eines in Anhang II aufgeführten Stoffes oder Erzeugnisses sind, die bei der Herstellung oder Zubereitung eines Lebensmittels verwendet werden und – gegebenfalls in veränderter Form – im Enderzeugnis vorhanden sind und die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen

d) die Menge bestimmter Zutaten oder Klassen von Zutaten

e) die Nettofüllmenge des Lebensmittels

f) das Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum

g) gegebenenfalls besondere Anweisungen für die Aufbewahrung und/oder Anweisungen für die Verwendung

h) der Name oder die Firma und die Anschrift des Lebensmittelunternehmers

i) das Ursprungsland oder der Herkunftsort

j) eine Gebrauchsanleitung, falls es schwierig wäre, das Lebensmittel ohne eine solche angemessen zu verwenden

k) für Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent die Angabe des vorhandenen Alkoholgehalts in Volumenprozent

l) eine Nährwertdeklaration

 

Muster für mögliche Umsetzungen finden Sie im Bereich Etiketten.

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